23.03.20

von / Montag, 23 März 2020 / Veröffentlicht inBlog

Corona. What else als dieses Thema, auch in meinem Kafi-Blog. Denn, es beschäftigt mich aktuell grad in jeder Lebenslage – im Gegensatz zu meinem dreirädrigen Italiener. Den beschäftigt im Moment grad gar nix. Er ist auch nicht „krank“, sondern behördlich blockiert. Und ich somit ohne Job. Nun, es ist, wie’s ist. Unzählige andere müssen dies genauso so hinnehmen. Grad im nahen Italien. Aber dazu später.
Die einen schaffen es relativ gut und sehen wie ich eine Chance in vielerlei Hinsichten, andere verzweifeln fast daran. Die Unterschiede beginnen aus meiner Sicht auch bei den Generationen. Während viele der Jungen sich schwerer tun, die Ausgeh- und Abstands-Vorschriften zu befolgen – und erst noch hauptsächlich für andere – so machen dies die Mid-Agers mehrheitlich schon fast vorbildlich. Obwohl in jener Generation vermutlich die grösste Gruppe der finanziell Gefährdeten sich befindet. Der Rucksack an Lebenserfahrung jeglicher Art ist halt schon gut gefüllt und lässt mehr gedanklichen Spielraum zu, meine ich. Bei den älteren SeniorInnen, der grössten Risiko-Gruppe, wäre der Erfahrungs-Rucksack ja eigentlich noch praller. Aber, so nehme ich es wahr, mehr in Richtung „wie überlebe ich“ als „wie helfe ich anderen, und somit auch mir“. Zudem ist es eben auch jene Generation mit viel zu wenig Ahnung von der digitalen Welt. Ein Handy oder Laptop – genau jene jetzt so wertvollen Kontakt-Fenster zur Aussenwelt – sind kaum in deren Besitz. Noch mehr Isolation als sowieso schon ist für diese Altersgruppe schwer erträglich. Und vielleicht gibt es ja auch jene mit der Haltung „nach mir die Sintflut – wenn’s nicht sonst eine Krankheit ist, dann nun halt Corona“.
Zurück zu Italien; es ist schon sehr bedrohlich, was sich dort und somit ganz nahe abspielt gerade. Aber es versetzt mich nicht in Panik, dass wir bald am gleichen Punkt stehen könnten. Ich sehe wie Experten auch die Ursache in der prozentual hohen Altersgruppe verglichen mit uns und anderen Ländern. Und vorallem mit den vorherrschenden Mehr-Generationen-Haushalten, also das Zuhause von grossen Familien unter einem Dach. Was ich mich zudem frage ist, ob eventuell in dem anmutig klingenden Wort Corona in den Köpfen eher ein Gefühl von Schutz denn Bedrohung ausgeht – sinnbildlich gemeint „mit einer Krone auf dem Haupt kann es nicht so schlimm werden“ ?!

Dies ist natürlich alles rein spekulativ – wie vieles zurzeit rund um dieses Virus. Es sei mir daher erlaubt.
Corona tönt übrigens auch für mich als Nicht-Italienerin ganz ehrlich irgendwie majestätisch…aber ich lasse mich wenn schon lieber vom Klang eines anderen italienischen Wortes verführen; Caffè ! Und der fliesst aktuell in Massen bei mir zuhause…und irgendwann auch wieder am Märt aus meiner schnusigen Piaggio…

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