28.11.13

von / Donnerstag, 28 November 2013 / Veröffentlicht inBlog

Mein Vignetten-Debakel – und damit meine ich nicht die soeben abgelehnte Initiative über die Erhöhung von 40 auf 100 Franken – mir wäre hierzu übrigens lieber jetzt als später gewesen und auch mit Hilfe von all den Ausländern, welche vor allem von Nord nach Süd durchfahren. Denn, eines ist klar, das Strassennetz muss finanziert werden, irgendwie und so oder so.
Nein, ich meine das aktuell himbeerfarbene Adler-Kleberli für die Windschutzscheibe von unserem östlichen Nachbarn. Nun, die Geschichte fängt mit meiner geschäftlichen DrüRadKafi-Fahrt nach Deutschland anfangs der Woche an. Von Adliswil zu meinem Endziel bei Ravensburg gibt es deren drei Möglichkeiten, wie mir maps.google zeigt. Ich entschliesse mich für jene über St. Margrethen – ohne die genaue Strassenverbindung beim Dreiländer-Bermuda-Dreieck am östlichen Zipfel des Bodensees eingehend studiert zu haben. Ein schwerwiegendes Versäumnis. Nach dem flüchtigen Blick auf die Karte ist klar, dass dies ein Kinderspiel werden würde mit den Wegweisern, welche ja genau deswegen eben auch so heissen. Aber, wer sonst nur den Posten des lebenden Navigations-Gerätes auf dem Beifahrersitz innehat und somit stets voll fokussiert und ohne Ablenkung (blinken, bremsen, Spur wechseln, in den Rück-/Seitenspiegel schauen, hupen…) dahöcklet, der kann in der Rolle als Chauffeuse im entscheidenden Moment plötzlich ganz difig überfordert sein. Chur, also gegen Süden? Bestimmt nicht. Dornbirn, Oesterreich? Nö. München? Immerhin Deutschland – aber; stimmt die allgemeine Richtung? Keine Ahnung. Bregenz? Ja! Dort muss ich durch! Aber grün angeschrieben? Sind die Verkehrsschilder in Deutschland nicht genau umgekehrt – grün für Hauptstrasse, blau für Autobahn?! Ehe ich mich versehe, bin ich bereits runter von der Autobahn. Ein kurzer Halt mit Blick auf meinen maps.google-Ausdruck zeigt, dass genau jene Autobahn (mit kurzem Unterbruch) mich über Oesterreich geführt hätte. Somit hat sich die Frage nach der Autobahn-Vignette für diese geschätzte fünf Minuten soeben erledigt. Auch gut. Dann halt nun auf jenem Weg Richtung mein Ziel. Wenn ich mich denn eben auf dieser Hauptstrasse nach Bregenz nicht verfahren würde und ich schliesslich genervt nun doch auf eben dieser besagten Autobahn lande. Hmmh. Jetzt gilt es einfach, den verlorenen Zeitverlust wieder wettzumachen. An den Adler-Kleber denke ich keine Sekunde mehr. Bis zu den gefühlten 50 Zentimeter direkt vor der österreichisch-deutschen Grenze. Denn dort muss nämlich heute – und wie ich später erfahre des öfteren – jedes Auto anhalten. Dem Wink des Polizisten folgend links durch und somit weiter zu freier Fahrt schaffen zumindest jene vier vor mir fahrenden Fahrzeuge alle nicht. Ich auch nicht. Also rechts durch und schwupp-di-wupp um 120 Euro leichter – und die österreichische Polizei mit mir und meinen vier Vor-Fahrenden ruck-zuck um 600 Euro reicher. Wow!
Unsereins sieht in einer allfälligen happigen Vignetten-Erhöhung vielleicht künftig ebenso die Chance, auch Autobahn-Nutzer ohne den Schweizer Pass mit zur Kasse bitten zu können…
Die „vergoldete“ Vignette des rot-weiss-roten Nachbarn hab’ ich übrigens nicht mal erhalten – für den Abzocker-Betrag gab’s lediglich einen 1½-Tages-Gültigkeits-Fackel in Form einer billigen Quittung.

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